Der Digital-Check für Verbände

24 Fragen. 10 Minuten. Eine ehrliche Antwort.

Ein Selbsttest für Geschäftsführungen und Verwaltungsleitungen von Verbänden, Kammern, großen Vereinen und Bildungseinrichtungen.

Dieser Check misst nicht, wie modern Ihre Website aussieht. Er misst, wie viel Arbeitszeit Ihre Organisation jeden Monat an Systemgrenzen verliert — an Stellen, an denen Daten von Hand von A nach B getragen werden, weil A und B nicht miteinander sprechen.

Antworten Sie so, wie es tatsächlich läuft. Nicht so, wie es im Organigramm steht.

So funktioniert es: Jede Frage hat eine Punktzahl. Ihr Gesamtergebnis und die Auswertung erhalten Sie direkt nach dem Absenden per E-Mail.

Punktestand: 0

Teil 0 — Die eine Frage

Es gibt eine Zahl, die mehr über den Digitalisierungsgrad einer Organisation verrät als jede Strategiepräsentation.

Wie viele verschiedene Softwareprodukte nutzt Ihre Geschäftsstelle im täglichen Betrieb?

Zählen Sie mit: Mitgliederverwaltung. Buchhaltung. Rechnungsstellung. Newsletter-Tool. Seminarverwaltung. Website-CMS. Umfrage-Tool. Terminplaner. Cloud-Speicher. Videokonferenz. Kalender. Aufgabenverwaltung. Das Access-Formular, das seit 2014 läuft. Und ja — auch die Excel-Datei, an der drei Personen arbeiten. Eine Excel-Datei mit Prozesslogik ist Software.

Nicht mitzählen: Betriebssystem, Browser, Office-Grundausstattung.

Warum diese Frage: Zwischen zwei Systemen gibt es eine Schnittstelle. Zwischen zehn Systemen gibt es theoretisch 45. In der Praxis gibt es null — und stattdessen einen Menschen, der Daten kopiert. Jedes zusätzliche Werkzeug bringt einen eigenen Login, eine eigene Datenschutzbewertung, einen eigenen Vertrag, eine eigene Version der Wahrheit über die Adresse eines Mitglieds. Der Aufwand wächst nicht linear mit der Anzahl der Tools. Er wächst mit der Anzahl der Übergabestellen dazwischen.

Und die Anschlussfrage, die weh tut: In wie vielen dieser Systeme steht die Adresse eines Mitglieds? Wenn die Antwort größer als 1 ist, wissen Sie bereits, wo Ihr Problem liegt.

Teil 1 — Datenhaltung

Wenn ein Mitglied umzieht: In wie vielen Systemen muss die neue Adresse eingetragen werden?

Wie kommen Daten zwischen Ihren Systemen hin und her?

Wo liegt Ihr verlässlichster Mitgliederbestand?

Können Sie die Frage „Wie viele Mitglieder haben wir aktuell in Beitragsklasse B, Region Süd?“ selbst beantworten?

Teil 2 — Mitgliederbetreuung

Können Mitglieder ihre eigenen Stammdaten online selbst pflegen?

Wie läuft ein Neueintritt ab?

Haben Ihre Mitglieder einen geschützten Bereich mit exklusiven Inhalten?

Zur Einordnung: Ein Extranet, das niemand nutzt, ist teurer als keins. Es kostet Pflege und liefert keinen Mitgliedernutzen. Wenn Sie hier 3 Punkte notiert haben, ist die Frage nicht „was fehlt technisch“, sondern „welchen Grund hätte ein Mitglied, sich einzuloggen“.

Teil 3 — Kommunikation

Womit versenden Sie Newsletter und Rundschreiben?

Können Sie zielgruppengenau ansprechen — nur Region West, nur Fördermitglieder, nur Seminarteilnehmer 2025?

Wissen Sie, wie viele Empfänger Ihren letzten Newsletter geöffnet haben?

Sind versandte Rundschreiben später auffindbar und einem Mitglied zuordenbar?

Teil 4 — Veranstaltungen und Seminare

Wie melden sich Teilnehmende an?

Wie entstehen Wartelisten und Nachrückverfahren?

Wie entstehen Teilnahmezertifikate?

Wie viele Arbeitstage bindet die Organisation einer mittleren Veranstaltung — ohne Inhalte, nur Verwaltung?

Zur Einordnung: Multiplizieren Sie diese Zahl mit der Anzahl Ihrer Veranstaltungen pro Jahr. Das ist der Betrag, den Sie jährlich für Verwaltung ausgeben statt für Inhalte, Akquise oder Mitgliederbindung.

Teil 5 — Rechnungswesen und E-Rechnung

Können Sie eingehende E-Rechnungen (ZUGFeRD, XRechnung) empfangen, prüfen und GoBD-konform archivieren?

Wichtig: Diese Pflicht besteht seit dem 1. Januar 2025 — ohne Übergangsfrist.

Können Sie ZUGFeRD- oder XRechnungen ausstellen?

Kennen Sie Ihren Gesamtumsatz des Vorjahres — Beiträge, Seminare, Sponsoring, Anzeigen, Standmieten zusammengerechnet?

Wie entsteht Ihr Beitragslauf?

Wie läuft Ihr Mahnwesen?

Teil 6 — Website, Sicherheit, Abhängigkeit

Können Ihre eigenen Mitarbeitenden Inhalte auf der Website ändern, ohne eine Agentur zu beauftragen?

Zur Einordnung: „Eine Person kann es“ ist kein Zwischenzustand, sondern ein Risiko mit Urlaubsanspruch.

Wann wurden zuletzt Sicherheitsupdates für Ihre Systeme eingespielt?

Wo liegen Ihre Mitgliederdaten physisch?

Wenn Ihr aktueller Dienstleister morgen nicht mehr erreichbar wäre: Kämen Sie an Ihre Daten und Ihren Quellcode?

Drei Fragen für die nächste Vorstandssitzung

Unabhängig von Ihrer Punktzahl — diese drei Fragen bringen jede Digitalisierungsdiskussion weiter als jede Toolauswahl:

  1. Welches System ist bei uns die Quelle der Wahrheit für Mitgliederdaten? Wenn darauf zwei verschiedene Antworten kommen, ist das die erste Baustelle.
  2. Wie viele Arbeitstage pro Jahr gehen für Übertragung, Abgleich und Korrektur von Daten drauf? Schätzen Sie großzügig nach unten. Die Zahl ist immer noch hoch genug.
  3. Was könnten wir unseren Mitgliedern anbieten, wenn diese Zeit frei wäre? Das ist der eigentliche Business Case — nicht die Einsparung, sondern das, was danach möglich wird.

Dieser Check ersetzt keine Analyse — er zeigt Ihnen, wo eine lohnt.

Wenn Sie Ihr Ergebnis einordnen möchten: In einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch gehen wir Ihre höchsten Punktwerte durch und benennen konkret, was sich mit welchem Aufwand ändern ließe. Ohne Verkaufsgespräch.

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